Fachbeitrag ZfWG: Spielen im Dialog – Zur Entwicklung und Evaluation von Sozialkonzepten

Unser Geschäftsführer Dr. Henning Brand hat im vergangenen Jahr auf dem Speyerer Forum einen Vortrag zur Weiterentwicklung von Sozialkonzepten im Glücksspiel gehalten. Die dort vorgestellten Ansätze und Erkenntnisse sind nun in einen Fachbeitrag eingeflossen, der in der aktuellen Ausgabe der ZfWG – Zeitschrift für Wett- und Glücksspielrecht veröffentlicht wurde.

Sozialkonzepte neu gedacht: Vom Regelwerk zum gelebten Prozess

Unter dem Titel „Spielen im Dialog – Zur Entwicklung und Evaluation von Sozialkonzepten“ zeigt der Beitrag eine zentrale Perspektivverschiebung auf:
Sozialkonzepte sind weit mehr als formale Dokumente zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen. In der Praxis entfalten sie ihre Wirkung vor allem als dynamische Prozesse der Kommunikation und Prävention.

Im Mittelpunkt steht dabei der Dialog – insbesondere das Gespräch zwischen Mitarbeitenden und Spielgästen. Dieser Austausch bildet die Grundlage für wirksame Früherkennung, gezielte Intervention und nachhaltigen Spielerschutz.

Prävention im Spannungsfeld von Autonomie und Kontrolle

Der Beitrag beleuchtet Sozialkonzepte im Kontext aktueller regulatorischer und klinischer Anforderungen. Dabei wird deutlich:
Spielerschutz bewegt sich stets im Spannungsfeld zwischen der Eigenverantwortung der Spielenden und der Notwendigkeit von Schutzmechanismen für vulnerable Personen.

Ein wirksames Sozialkonzept muss daher beides leisten:

  • verantwortungsbewusstes, kontrolliertes Spielen fördern
  • und gleichzeitig frühzeitig eingreifen, wenn Risiken erkennbar werden

Praxisdaten liefern neue Erkenntnisse

Besonders hervorzuheben ist die empirische Grundlage des Beitrags:
Ausgewertet wurden umfangreiche Daten aus Sozialkonzepten von rund 1.450 Spielstätten im Zeitraum von 2015 bis 2024.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem:

  • eine deutliche Zunahme der Früherkennung auffälligen Spielverhaltens
  • steigende Gesprächsaktivitäten als zentrales Instrument der Prävention
  • sowie messbare Effekte von Maßnahmen zur Unterstützung der Selbstkontrolle

Damit wird deutlich: Gut implementierte Sozialkonzepte sind nicht nur regulatorische Pflicht, sondern können nachweisbare Wirkung in der Praxis entfalten.

Unser Fazit

Der Beitrag unterstreicht, dass nachhaltiger Spielerschutz vor allem dort gelingt, wo Prävention aktiv gelebt wird – im täglichen Kontakt, im Dialog und auf Basis fundierter Daten.

Den vollständigen Fachbeitrag können Sie hier lesen: ZfWG_Spielen_im_Dialog