--- 31.03.2021 ---

Origo Gesamtbericht zur Evaluation des Sozialkonzepts – 2020Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass der origo Gesamtbericht zur Evaluation des Sozialkonzepts für das Jahr 2020 fertig gestellt ist.

Der Gesamtbericht zum Sozialkonzept der origo GmbH hat die Zielsetzung, anhand empirischer Daten die Maßnahmen des Sozialkonzepts in der Praxis zu evaluieren und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die im Rahmen der Fortschreibung des Sozialkonzepts zu berücksichtigen sind. Dieser Bericht soll allgemeinverständlich bleiben. Es werden daher nur wenige statistische Begriffe und Methoden verwendet. Viele Rückschlüsse, auch zu Fragen der Qualität, sind jedoch bereits auf einer beschreibenden Basis möglich. Mit diesem Bericht sollen insoweit auf empirischer Grundlage Qualitätskriterien diskutiert werden, die bei der Weiterentwicklung von Sozialkonzepten und Präventionsschulungen herangezogen werden können.

Die Arbeitsweise der origo GmbH beinhaltet seit Jahren die anonyme Erfassung von Sozialberichtsdaten. Die beteiligten Spielhallenstandorte übermitteln zu diesem Zweck die anonymisierten Daten der Monatsberichte zum Sozialkonzept. Auf dieser Basis ist der vorliegende Bericht entstanden.


Leseprobe:

Professionalisierung innerbetrieblicher Strukturen

Insgesamt lässt sich über den Zeitraum der vergangenen Jahre eine Professionalisierung innerbetrieblicher Strukturen im Spielerschutz beobachten, wozu die Aus- und Weiterbildung von sozialkonzeptbeauftragten und -verantwortlichen Personen einen erheblichen Beitrag leisten dürfte. Dies gilt umso stärker im Jahr 2020, als hier die berichteten Angaben nur auf einem Zeitraum von neun Monaten basieren. Die Graphik gibt die Angaben zu Gesprächen im Jahr 2020 hochgerechnet auf 12 Monate wieder.

Diskussion und Schlussfolgerungen zur Qualitätssicherung

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Präventionsarbeit im Rahmen des Sozialkonzepts ein Kriterium für die Qualität von Schulungen ist. Dort, wo Spielgastgespräche stattfinden, Maßnahmen zur Unterstützung der Selbstkontrolle bei Gästen, Hinweise auf Hilfeeinrichtungen, Hausverbote und Spielersperren als Unterstützungsangebote stattfinden, werden die Inhalte von Präventionsschulungen auch gelebt. Das Bild der beteiligten Unternehmen ist dabei sehr heterogen. Es gibt nicht „die“ Spielhalle oder „den“ Glücksspielanbieter, sondern sehr unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema Sozialkonzept und Suchtprävention in der Praxis. Deswegen ist der vorliegende Bericht auch nicht dafür gedacht, „Erfolgsgeschichten“ von Präventionsarbeit in Spielhallen zu erzählen. Die Wirklichkeit ist differenzierter. Es gibt Unterschiede zwischen Unternehmen und Standorten, und es gibt unterschiedliche Daten und Qualitätskriterien. Zum einen wird deutlich, dass Hausverbote und Spielersperren, Zutrittsverweigerungen aufgrund von Sperrmaßnahmen oder im Rahmen der Jugendschutzkontrollen relativ objektive Kriterien für die Qualität der Sozialkonzeptarbeit im Unternehmen darstellen.

Erkenntnisse aus Jahresvergleichen

Zusammenfassend zeigen die Vergleichswerte über den Berichtszeitraum 2017 – 2020, dass die Arbeit mit dem Sozialkonzept Entwicklungen aufzeigt:

  • Die Dokumentation von Gesprächskontakten im Spielerschutz wird zuverlässiger.
  • Die Maßnahmen im Sozialkonzept bezogen auf den gefährdeten Personenkreis auffällig spielender Gäste werden vielfältiger und häufiger eingesetzt. Das lässt sich besonders ablesen an Maßnahmen zur Unterstützung der Selbstkontrolle, wie Spielpausen, Besuchsvereinbarungen, und Einsatzlimits, aber auch im Bereich der Fremdsperren.
  • Es werden weniger allgemeine Gastkontakte und -gespräche dokumentiert, aber dafür mehr und präziser die suchtpräventiven Maßnahmen des Sozialkonzepts.
  • Die beteiligten Unternehmen zeigen insgesamt einen Entwicklungstrend zur Professionalisierung innerbetrieblicher Strukturen. Das lässt sich besonders ablesen an der steigenden Anzahl von Gesprächskontakten durch Sozialkonzeptbeauftragte und -verantwortliche, sowohl mit Spielgästen als auch deren Angehörigen.